Franz Krause (1897-1979), weitgehend als Architekt der Villa Waldfrieden bekannt, war auch Mitglied eines Arbeitskreises, den der Wuppertaler Lackfabrikant Dr. Kurt Herberts zwischen 1937 und 1944, zusammen mit den Künstlern Oskar Schlemmer und Willi Baumeister, für maltechnische Untersuchungen einrichtete. Die Lacktafeln, die hier entstanden, galten vordergründig der Forschung, befanden sich aber im Zentrum der Avantgarde, mit der die Künstler, trotz ihrer scheinbar isolierten Arbeit im sogenannten Dritten Reich, in Verbindung standen. Sie griffen Malexperimente des Surrealismus auf und waren Teil der Experimente freier Bildfindung, die sich in vielfältiger Form im französischen Informel entwickelten.
Franz Krause, der häufig übersehene Dritte im Bunde, prägte die gemeinsam erarbeitete Lacktafel-Serie in weitaus größerem Maße als dies von seinen ungleich berühmteren Mitstreitern bekannt ist. Mit Blick auf sein malerisches Gesamtwerk, wird sich zeigen, dass sie nicht zuletzt seine Handschrift trägt.
Der Vortrag konzentriert sich auf die ästhetischen Experimente, die das Trio mit der europäischen Kunst verbinden.
Frau Prof. Dr. Gerda Breuer (* 1948 in Aachen) ist eine deutsche Historikerin für Kunst- und Designgeschichte sowie Schriftstellerin. Sie war bis zu ihrer Emeritierung als Professorin an der Bergischen Universität Wuppertal tätig.
Preis: 10€ / Person
VVK an der Kasse des Skulpturenparks oder online: